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Das Verrückte ist ja, dass Jamal mal ein Praktikum bei der Polizei begonnen hat. In seiner Schule wurde gefragt, wer so eine Erfahrung machen will. Jamal wollte. Er bekam einen von nur drei Plätzen. Zufall, glaubt Jamal. Vielleicht war es wirklich Zufall, vielleicht hatte auch ein Lehrer den Jungen auf den richtigen Weg bringen wollen. Den Bock zum Gärtner machen, damit er weniger bockig wiederkommt. Hat nicht so gut geklappt.

Das Praktikum war Jamals Chance, vorzustoßen nach vorne, in die Mehrheitsgesellschaft, sich festzusetzen, zu etablieren. Diese Chance lag auf einem schmalen Pfad. Abseits dieses Pfades liegt für Jungs wie Jamal auf der einen Seite der radikale Islamismus, auf der anderen das konsumorientierte Kleingangstertum und dahinter die große Kriminalität. Es war nicht die letzte Chance, aber es war eine – genutzt hat Jamal sie nicht. Das lag an einer scharfen Polizistin, glaubt er heute.

Und das kam so: Außer dieser wirklich gut gebauten Polizistin gab es auf der Wache noch diesen einen Polizisten, Typ Aktenfresser. „So einer, bei dem du denkst, der hat früher immer Schläge bekommen“, sagt Jamal. Es geschah also eines Tages, das…

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Was ist schon normal am Kotti?

Aber was ist schon normal hier am Kottbusser Tor? Was ist normal daran, hier aufzuwachsen? Wir konnten das ein paar Jahre lang miterleben. 2010 tauchte ein gutes Dutzend postmigrantischer Kids am Fenster unserer Erdgeschosswohnung in Kreuzberg auf. Sie kamen von Innenhof, wo sie Fußball spielten, in Spuckweite zum Kotti. Sie fanden es cool, dass „so Deutsche“ einziehen, was viel aussagt über die Zeit und die Gegend. „Ihr seid bestimmt Studenten“, riefen die Kids. Nein, Studenten waren wir nicht, sondern ein Journalist und ein Fotograf, die sie mit der WG-Katze spielen ließen, aber sich weigerten, ihnen Zigaretten zu geben. Trotzdem kamen die Kids wieder. Einige blieben weg, neue gesellten sich hinzu, nur Maurize, der kam immer.